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DXR 6841 / 2017 / € 8.800
der Prinz / 2018 / € 3.800
blade runner / 2018 / 6.900
Earth 1 / 2019 / € 4.400
Savant Violet / 2019 / € 900

 

zum Lebenslauf von Anna Tatarczyk


Erläuterung:

Scheinbar schwerelos stehen die rautenförmigen Gebilde im ungegenständlichen Raum. Befinden sich in der materiellen Welt von Zeit und Raum oder schweben sie in einem fiktiven Universum?
Futuristische Fahrzeuge, welche sich im Schwebezustand in einer nicht bekannten Geschwindigkeit nach rechts oder links bewegen. In Ihrer Form einem feinen geschliffenen Diamanten ähnelnd, balanciert das rautenförmige Objekt auf einer zarten, steinharten Spitze.
Hat der Betrachter das Bedürfnis die Raute umzukippen, sie um ihre Achse zu drehen? Aber was passiert, wenn Nord- und Südspitze vertauscht werden? Würde dann womöglich der Regen nach oben fallen, die Welt kopfstehen, der Magnetismus seine Wirkung verlieren, Gaia, die Erde als Mutter allen Seins sich nach oben erheben? Dann könnten wir wieder im Ursprungszustand des Chaos landen. (Rhea Standke, Künstlerin)

Die auf der Spitze tanzende Raute ist eine geometrische Komposition in der ich das Zusammenspiel von Farbe und Form untersuche. Durch die ausgewogenen Farbflächen entstehen scharfe Kanten, die wiederum die dreidimensionale geometrische Konstruktion erzeugen. Gerade diese harten Kanten sorgen innerhalb des Gebildes für Ruhe, Harmonie und Ordnung. In der konkreten Kunst angesiedelt, materialisieren die festen mathematischen Formen das geistige Prinzip. Die Raute ist ein uraltes Symbol der Verbindung aus Bewusstsein und Unterbewusstsein. Sie beschreibt die geistige Anbindung an die universellen Kräfte aus frühster Zeit. Man findet Rautenmuster an alten heidnischen Plätzen, auf Wappen, als Wegweiser. Das Muster steht für die bewussten und verborgenen Verbindungen. Die „Rautenbilder“ sind eine konsequente Weiterentwicklung der geometrisch-futuristischen Landschaften („Blade Runner“, „DXR 6841“). Während des Schaffens reduzierte sich die Landschaft immer mehr auf einzige Formen. Nach dem Motto: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“, blieb am ende das Wesentliche, die Essenz. So konzentriert sich ein ganzes Bilduniversum in einem klaren geometrischen Block.

Der Begriff Konkrete Kunst wurde 1924 von Theo van Doesburg eingeführt und 1930 in einem Manifest bei der Gründung der Gruppe Art concret programmatisch festgelegt für eine Richtung der Kunst, die im Idealfall auf mathematisch-geometrischen Grundlagen beruht. Sie ist im eigentlichen Sinne nicht „abstrakt“, da sie nichts in der materiellen Realität Vorhandenes abstrahiert, sondern im Gegenteil Geistiges materialisiert, keine symbolische Bedeutung besitzt und mehr oder weniger rein durch geometrische Konstruktion erzeugt ist. Richard Paul Lohse sprach eher von konstruktiver Kunst.[1] Vom Konstruktivismus und Abstrakter Kunst grenzt sich die konkrete Kunst durch ihr wissenschaftliches Denken (speziell die Erforschung geometrischer Gesetzmäßigkeiten), ihre Konzentration auf das Zusammenspiel von Form und Farbe und ihr Interesse an der Erforschung der Farbe ab. Manche Experten betonen dabei den Stellenwert von einfachen geometrischen Grundformen[2]. Allerdings ist die Verwendung solcher Elemente weder Alleinstellungsmerkmal noch notwendiger Bestandteil von Werken der Konkreten Kunst. Der Begriff wird historisch bedingt vor allem für Werke aus dem deutschsprachigen Kulturraum verwendet, obwohl es natürlich weltweit künstlerische Positionen gab und gibt, die der Konkreten Kunst entsprechen, namentlich in Italien, Frankreich, den Niederlanden, Tschechien und in Nordamerika. Diese werden aber üblicherweise meist unter anderen „Etiketten“ geführt.[ Typisch für Künstler der konkreten Richtung ist, dass ihre Werke in der Regel vor ihrer Materialisierung zunächst im Kopf entstehen. Im Extremfall werden deren Entstehungsprinzipien so stringent im Kopf vorformuliert, dass sie sich fast wie mathematische Formeln darstellen ließen (siehe Zitate von R. P. Lohse). Die häufige Entstehung ganzer Werkserien wird dadurch gefördert. Einen wichtigen Beitrag zum theoretischen Überbau und zur Rezeption von Konkreter Kunst und Poesie vor allem in Deutschland leistete der Stuttgarter Philosoph Max Bense.