Projekt Beschreibung


PER KIRKEBY

 

bei AMA.art im Angebot:
Untitled / 2000 / € 60.000 / nicht mehr verfügbar

Kirkeby selbst:
“Die Monotypien sind auch Ausradierungen. Ich male und zeichne auf einer Metallplatte und führe sie, mit einem Blatt Paoier abgedeckt,, durch die Presse. Danach ist nichts mehr auf der Platte, es ist ausradiert, ausgelöscht. Aber auf dem Papier ist ein unwirklicher Abruck. (…) Die ursprüngliche Zeichnung ist weg, jetzt gibt es eine – einzige Reproduktion. Dasist in der Tat sehr seltsam und erfordert äusserste Anspannung, um dem Tod zu entgehen.”

Der Kunsthistoriker, Kurator und freier Publizist Siegfried Gohr formulierte es so, Kirkeby kultiviere die »Geologie des Blicks«.
Kirkeby reinigte seine Aluminiumtafeln nicht vollständig, sondern malte für den weiteren Druck nochmals darüber, sodaß einzelne Elemente in verwischter Form wieder erkennbar sind, sich Farb- und Pinselspuren wiederholen. Das weitere Blatt erscheint wie ein grossflächiges Farbgefüge, wie eine feine, lasierende Malerei, die an geologisch-wissenschaftliche Erdschnitte erinnert, in deren Schichtungen der Betrachter glaubt, die Spuren der Zeit lesen zu können.
Er hat auf seine höchst eigene und unorthodoxe Weise Druckplatten immer wieder überarbeitet. Schicht für Schicht überlagern sich seine Ideen, Notate und Erinnerungen, landschaftliche Eindrücke oder figürliche Studien. Diesen faszinierenden Prozess des »Übereinander, Nebeneinander und Nacheinander« zeichneten ihn als den Geologen als und als Maler, Forscher, Bildhauer und Poeten aus.

 

(* 1. September 1938 in Kopenhagen; † 9. Mai 2018 ebenda) war ein dänischer MalerBildhauerArchitekt und Dichter.

Leben und Werk
Per Kirkeby studierte von 1957 bis 1964 Geologie an der Universität Kopenhagen und schloss das Studium mit einer Promotion ab.
1958 unternahm er eine Expedition nach Grönland. 1962 trat er in die von Poul Gernes und dem Kunsthistoriker Troels Andersen neu gegründete avantgardistische Künstlergruppe Den Eksperimenterende Kunstskole ein. Dort beschäftigte er sich mit grafischen Arbeiten, aber auch mit 8-mm-Filmen und Installationen.
1965 erhielt er ein dreijähriges Stipendium an der „State Art Foundation“. 1971 führte ihn eine Reise zu den Maya-Kulturen nach Mittelamerika.
Während das primäre Thema des ausgebildeten Naturwissenschaftlers die Natur war und er vorrangig Maler war, beteiligte er sich an den Happenings der
1960er Jahre und arbeitete mit Künstlern wie Joseph BeuysHenning ChristiansenNam June Paik und Charlotte Moorman zusammen.[1] Unter dem Einfluss von Andy Warhols Filmtheorie entstand im Jahr
1968 sein erster Kurzfilm, dem bis 1989 dreiundzwanzig weitere Filme folgten.
Zu Beginn der 1970er Jahre wandte sich Kirkeby von der Pop Art der informellen Malerei der
1950er Jahre zu, die er zuvor scharf kritisiert und abgelehnt hatte. 1973 entstand Huset (Das Haus), seine erste Backsteinskulptur im Außenraum. Im Jahr darauf folgten die ersten Ölgemälde, seit Beginn der
1980er Jahre stellte er auch BronzePlastiken her.
In den 80er Jahren entstanden neben großformatigen Ölgemälden monumentale, monolithische Backsteinskulpturen. 1982 nahm er an der Ausstellung zeitgeist,
1984 an der Ausstellung Von hier aus – Zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf teil.
Seit 1995 beschäftigte sich Kirkeby zunehmend auch mit Architektur und entwarf mehrere Gebäude für die Stiftung Insel Hombroich.
1978 wurde Kirkeby als Professor an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe berufen. Sechs seiner Studenten gründeten im Jahre
1979 die Künstlergruppe „Kriegfried“. 1989 ging er als Professor an die Städelschule in Frankfurt am Main, an der er bis
2000 lehrte. Neben zahlreichen Ausstellungen in den großen Museen der Welt nahm er mehrfach an der Biennale Venedig teil und stellte auch auf der documenta 7 und IX aus.
Kirkeby lebte in Kopenhagen, auf Læsø, in Frankfurt am Main und Arnasco (Italien).
Anfang 2015 verunglückte er bei einem Sturz von einer Treppe in seinem Haus in Hellerup –, seitdem konnte er nicht mehr malen. Per Kirkeby starb am 9. Mai 2018 in Kopenhagen.

Auszeichnungen und Ehrungen

Öffentliche Sammlungen

Ausstellungen

Publikationen

Bildbeispiele aus großen Sammlungen